Erdwärme im Kreis Böblingen: Neue Ampelkarte für Geothermie-Bohrungen

Geothermie_Ampelkarte

Liebe Leserinnen und Leser,

angesichts der aktuellen Schadensfälle durch Erdwärmebohrungen in Böblingen hat der Landrat Roland Bernhard für den Kreis ein generelles Verbot von Erdwärmebohrungen im Gipskeuper durchgesetzt. Das Landratsamt hat die Ampelkarte für den Landkreis deshalb neu aufgelegt.

Landrat: Alles tun, weitere Schadensfälle zu vermeiden

„Für den Kreis Böblingen, der bereits zum dritten Mal mit den folgen schadhafter Erdwärmebohrungen umgehen muss, ist die Entscheidung keine Bohrungen mehr im Gipskeuper zuzulassen, nur folgerichtig“, sagt der Landrat. „Dass das Umweltministerium uns hier unterstützt, bestärkt uns im Landratsamt alles dafür zu tun, weitere Schadensfälle im Kreis zu vermeiden.“

Neue Ampelkarte nimmt weite Gebiete im Kreis von Bohrungen aus

Weite Teile der Gebiete im Landkreis, die bisher gelb hinterlegt waren, sind nun auf rot gestellt. Das bedeutet, dass in diesen Gebieten künftig keine Geothermiebohrungen mehr zugelassen werden. Gips- oder anhydrithaltige Schichten in für Erdwärmeanlagen relevanten Tiefen können dort nicht ausgeschlossen werden. Die Änderungen betreffen insbesondere große Teile von Leonberg, Renningen, Magstadt, Sindelfingen, Böblingen und Herrenberg.

Grüne Gebiete: Bohrungen ungefährlich

In grünen Gebieten kann es selbst bei fehlerhaft durchgeführten Bohrungen für Erdwärmeanlagen nicht zu Quell- und Hebungsprozessen kommen, wie sie derzeit im Nordosten von Böblingen stattfinden.

Gelbe Gebiete: Erhöhte Auflagen für Geothermie

In den wenigen, weiterhin gelb ausgewiesenen Gebieten werden nach wie vor erhöhte Anforderungen an die Bohrungen gestellt. Hier erfordern komplexe hydrogeologische Verhältnisse erhöhte Auflagen zum Grundwasserschutz. Sie stehen nicht in Zusammenhang mit Gipskeupervorkommen.

Die neue Ampelkarte und weitere Informationen sind auf der Webseite des Landkreises abrufbar.

Kategorie: Landratsamt aktuell
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