Drei Masernfälle im Landkreis Böblingen in diesem Jahr gemeldet

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In diesem Jahr sind dem Gesundheitsamt des Landkreises Böblingen bereits drei Masernfälle gemeldet worden. Die Masern betreffen nicht nur Kinder, sondern zunehmend auch Erwachsene. Gegen Masern schützt nur eine Impfung, die in den 1970er Jahren eingeführt wurde. Deshalb empfiehlt das Gesundheitsamt allen Bürgerinnen und Bürgern, die jünger als 45 Jahre sind, ihren Impfschutz zu überprüfen.Um das Ziel der Weltgesundheitsorganisation zu erreichen, die Masern auszurotten, müssen 95 Prozent der Bevölkerung gegen Masern immun sein. Im Landkreis Böblingen sind bisher nur rund 91 Prozent der Kinder bei der Einschulungsuntersuchung zweimal gegen Masern geimpft.

„Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit“

Der Erreger der Masern ist das Masern-Virus. Dr. Birgit Walter-Frank, die Leiterin des Gesundheitsschutzes im Landratsamt erklärt: „Masern sind eine hochansteckende Infektionskrankheit und keine harmlose Kinderkrankheit. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, also etwa durch Husten oder Nießen.“ Acht bis zehn Tage nach der Ansteckung beginne die Erkrankung zunächst wie eine schwere Erkältung mit Schnupfen und trockenem Husten. Häufig entwickle sich eine starke Entzündung der Augen-Bindehäute und Fieber bis über 39 Grad. An der Wangenschleimhaut bilden sich oft weiße, kalkspritzerartige Flecken (sogenannte Koplikflecken).

„Das Fieber sinkt dann kurzzeitig und mit erneutem Fieberanstieg am dritten bis fünften Tag der Erkrankung beginnt der Hauausschlag am Kopf (meist hinter den Ohren) und breitet sich innerhalb von drei Tagen über den Körperstamm bis zu den Gliedmaßen aus“, so Walter-Frank weiter. Nach drei bis vier Tagen verblasse der Ausschlag, wird bräunlich und verschwindet. Die Krankheit könne aber auch komplizierter verlaufen und tödlich enden. Nach einer durchgemachten Maserninfektion bestehe eine lebenslange Immunität.

Komplikationen treten häufig bei Personen mit geschwächtem Immunsystem und ungeschützten Säuglingen und Kindern unter einem Jahr auf. Es kann zur Bronchitis, Mittelohrentzündungen, zu Lungenentzündungen und Hirnhautentzündungen kommen. Die gefürchtetste Komplikation ist die sogenannte Enzephalitis. Diese tritt etwa bei jeder tausendsten Erkrankung auf und kann zu bleibenden körperlichen und geistigen Schäden oder gar zum Tod führen. Als seltene Spätfolge der Erkrankung tritt die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) auf. Das ist eine Hirnentzündung, die erst sechs bis acht Jahre nach einer durchgemachten Masern-Infektion auftreten kann und immer tödlich verläuft. „Die Häufigkeit wurde früher mit einem Fall von 10.000 bis 100.000 Masernerkrankungen beziffert. Inzwischen wird aber angenommen dass vor allem bei Kindern unter fünf Jahren das Risiko noch höher ist“, weiß die Gesundheitsexpertin aus dem Landratsamt.

Gemäß den aktuellen Impfempfehlungen der ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut sollten Kinder ab elf Monaten die erste von zwei Masern-Impfungen bekommen. Die zweite Impfung erfolgt dann frühestens nach vier Wochen. Nur eine zweimalige Impfung schützt, betont das Gesundheitsamt. Die Masern-Impfung wird als Kombinationsimpfung gemeinsam mit einer Impfung gegen Mumps und Röteln und eventuell auch Windpocken verabreicht. Allen Personen, die nach 1970 geboren sind, wird die Masern-Impfung empfohlen. Erwachsene mit nur einer Impfung in der Kindheit wird eine zweite Impfung empfohlen. Wer seinen Impfschutz überprüfen lassen möchte, kann sich unter Vorlage des Impfbuches beim Haus- oder Kinderarzt beraten lassen oder einen Termin bei der Impfberatung im Gesundheitsamt vereinbaren (07031/663-1740).

Kategorie Landratsamt aktuell.
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