Lebensmittelüberwachung im Kreis Böblingen: 2016 mehr als 1.800 Betriebe geprüft

Temperaturkontrolle Großlager Einstichthermometer

Liebe Leserinnen und Leser,

krankmachende Bakterien und Viren wie Salmonellen, Listerien oder Noroviren  machen auch um unseren Landkreis Böblingen keinen Bogen. Dass Unternehmer jederzeit sichere Lebensmittel anbieten, dafür sorgt die Lebensmittelüberwachung bei uns im Landratsamt Böblingen. Trotz Personalmangels haben die Kolleginnen und Kollegen im vergangenen Jahr über 1.800 Betriebsinspektionen durchgeführt werden. Im Landkreis Böblingen gibt es rund 5.000 Lebensmittelbetriebe.

Beim Großteil der Überprüfungen handelte es sich um planmäßige Routinekontrollen. Grundsätzlich erfolgt dabei die Überwachung risikoorientiert. Dazu werden die Betriebe systematisch in Risikogruppen eingeteilt. Die Lebensmittelüberwachung berücksichtigt, auf welcher Stufe des Vertriebes sich das Lebensmittelunternehmen befindet (Hersteller, Großhändler oder Einzelhändler), ob es sich etwa um frische Lebensmittel oder abgepackte Ware handelt und in welchem Umfang die Ware vertrieben wird.

Eine Metzgerei mit eigener Schlachtung werde engmaschiger überwacht als ein Kiosk, der nur Schokoriegel und Getränke in Fertigpackungen abgibt; eine Großküche, die mehrere Schulkantinen versorgt häufiger kontrolliert als ein kleiner Imbissstand.

Nach dieser Grundeinstufung fließen dann auch die im Betrieb festgestellte Arbeits- und Personalhygiene, die Ausstattung der Räume und Anlagen und der Umfang von Eigenkontrollen sowie das Verhalten des Verantwortlichen und die Bereitschaft festgestellte Mängel abzustellen,  in die Risikobewertung mit ein.

Die verschiedenen Faktoren bestimmen dann den individuellen Kontrollzyklus für jeden Betrieb, der zwischen einmal monatlich bis einmal in drei Jahren liegen kann und je nach Verlauf der Kontrolle angepasst wird. Demgegenüber stand mit rund 500 anlassbezogen Kontrollen eine recht hohe Zahl, bei denen Verdachtsmomente auslösend für eine Kontrolle waren. Diese können die Beanstandung einer durch die Lebensmittelüberwachung erhobenen Probe sein oder auch Hinweise von Verbrauchern.

Durch die intensive Beratung des Landratsamtes können viele Probleme vermieden werden. Komme es dennoch  bei Betriebskontrollen zu kleineren Mängeln oder Beanstandungen genügten oft entsprechende Beratungen und Belehrungen der Lebensmittelunternehmer mit entsprechender Fristsetzung zur schnellen Beseitigung.

In 62 Fällen erfolgten Ordnungswidrigkeitsanzeigen, in 88 Fällen wurde zur Sicherstellung der Mängelbeseitigung der verwaltungsrechtliche Weg der Anordnung eingeschlagen. Dreizehn Fälle wogen so schwer, dass hier der Verdacht einer Straftat bestand. Diese wurden zur weiteren Verfolgung an die zuständige Staatsanwaltschaft abgegeben. Die Lebensmittelkontrolleure fungieren hierbei in ihrer Funktion als Ermittlungspersonen der Staatsanwaltschaft.

 

 

Kategorie Landratsamt aktuell.
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