Absterbende Bäume an der B464 entfernt

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Liebe Leserinnen und Leser,

„Hier müssen wir handeln, bevor es zu spät ist!“ waren sich Daniel Berner und Roman Sies schnell einig. Die Forstrevierleiter von Weil im Schönbuch und Bebenhausen kontrollieren regelmäßig die Wälder an der Bundesstraße 464, so auch zwischen Kälberstelle und Parkplatz „Weißer Stein“. Eine deutliche Zunahme des Eschensterbens haben sie dabei zuletzt feststellen müssen. Auch blätterte an etlichen Buchen trockene Rinde ab und Faulstellen wurden erkennbar. Einige Bäume hat der Sturm angeschoben.

Die Prioritäten im Försteralltag haben sich geändert. Die Verkehrssicherung nimmt einen immer höheren Stellenwert ein. Und die Vorgabe ist klar. Im Abstand von 30 Metern zu einer Straße dürfen nur gesunde Bäume wurzeln. Gemeinsam mit dem Leiter der Straßenmeisterei Herrenberg, Stefan Brenner, musste also kurzfristig ein Termin für die Fällung gefährlicher Bäume und der dafür notwendigen Straßensperrung gefunden werden.

Drei Teams mit den Forstwirten der ForstBW-Betriebsteile Böblingen und Tübingen und zwei Kolonnen der Straßenmeisterei Herrenberg haben sich dann Ende Januar ans Werk gemacht. Es ist eine Arbeit für die Profis – im Wald und auf der Straße. Spezielle Fälltechniken müssen angewandt werden. Jeder einzelne Schnitt mit der Motorsäge muss exakt sitzen. Ein Baum in Straßennähe darf nur mit Seilunterstützung durch den Forstspezialschlepper zu Boden gebracht werden. Eine funkgesteuerte Ampelanlage und eine sorgfältige Beschilderung stellen die Sperrung der Straße sicher.

„Team Böblingen hat eine Esche vorbereitet!“ meldet Forstwirt David Heyden über Funk, den alle mithören können. „Team Tübingen macht auch mit einem Baum mit!“, ergänzt Forstwirt Frank Baumgärtner aus dem gegenüberliegenden Wald. „Straße kann zugemacht werden!“ gibt Forstrevierleiter Daniel Berner die kurze Nachricht durch, sobald die Meldungen aller Teams eingegangen sind. Bei so vielen Beteiligten ist Funkdisziplin wichtig und es sind knappe Worte gefragt. „Ampel ist rot, Verkehr ist gestoppt!“ kommt von Straßenwärter Udo Stöffler zurück. Sein Kollege Ruben Badt bestätigt dies von der gegenüberliegenden Ampel. Autos und Lastwagen sind zum Stehen gekommen. Die Fällungen können beginnen. Nach kurzem Knattern der Säge und dem erwarteten dumpfen Knall auf dem Waldboden meldet der Forstwirt: „Team Böblingen ist fertig!“. Haben alle Teams gemeldet, geht die Freigabe vom Forstrevierleiter weiter an die Kollegen an der Ampel: „Straße kann aufgemacht werden!“. Trotz der hohen Sicherheitsanforderungen geht das alles fix – nach einer durchschnittlichen Wartezeit von nur einer Minute rollt der Verkehr wieder. Die Forstwirte bereiten den nächsten Baum vor, die Straßenmeister ziehen Ampel und Beschilderung nach. Der Ablauf spielt sich ein, die Zusammenarbeit gelingt. Es kommt zu keinen Staus. Kein einziger Baum fällt unerwartet auf die Straße.

Nach fünf Tagen Arbeit ziehen Daniel Berner und Roman Sies eine sehr positive Bilanz. Ob sie nach so einer Aktion eine hundertprozentige Sicherheit für die Straße gewährleisten können, werden sie manchmal gefragt. „Nein, leider nicht.“, lautet da ihre Antwort, „auch wenn wir das Menschenmögliche dafür tun. Die Natur hat jedoch manchmal ihre eigenen Gesetze.“

Auf jeden Fall hundertprozentig war der professionelle Einsatz für die Sicherheit, den sie gesehen haben – bei ihren Kollegen im Wald und auf der Straße. Und das macht sie dann doch zufrieden.

 

Kategorie Landkreis aktuell.
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